Warum Unternehmen ihre Ziele setzen – und trotzdem nicht erreichen

Viele Unternehmen formulieren jedes Jahr ambitionierte Ziele. Und trotzdem bleibt am Ende des Jahres das Gefühl: Wir haben viel gearbeitet, aber zu wenig von dem erreicht, was wir uns vorgenommen haben. Dieses Problem ist kein Motivationsproblem. Es ist ein Strukturproblem.

In diesem Artikel findest du einen praxisnahen Quick Starter Guide, mit dem Unternehmen ihre Ziele für 2026 so aufsetzen, dass sie tatsächlich umgesetzt werden.

Das typische Problem mit Unternehmenszielen

In den meisten Organisationen sieht Zielsetzung so aus:

  • Ein Strategie- oder OKR-Workshop

  • Eine Liste von Zielen

  • Eine Präsentation

  • Und dann der Rückfall ins Tagesgeschäft

Das führt zu:

  • widersprüchlichen Prioritäten

  • fehlender Verantwortung

  • unklarer Messbarkeit

  • und Zielen, die im Alltag keine Rolle spielen

Ziele werden geplant – aber nicht gesteuert.

Die eigentliche Ursache

Ziele scheitern nicht, weil Menschen sie ignorieren. Sie scheitern, weil sie nicht als System gedacht sind.

Ein wirksames Zielsystem braucht:

  • strategische Ausrichtung

  • klare Wirkung

  • Messbarkeit

  • regelmäßige Steuerung

  • und Ownership

Der folgende 10-Schritte-Guide bildet genau dieses System ab.

Quick Starter Guide:
In 10 Schritten zu Zielen, die 2026 erreicht werden

1. Status quo analysieren

Bevor ihr Ziele definiert, klärt: Wo stehen wir wirtschaftlich? Was passiert im Markt? Welche Ressourcen haben wir? Was haben wir im letzten Jahr gelernt? Ziele ohne Standortbestimmung basieren auf Annahmen – nicht auf Realität.

2. Ziele mit Unternehmensstrategie verknüpfen

Einzelne Teams, die isoliert Ziele formulieren, erzeugen Bewegung, aber nicht unbedingt Fortschritt. Sonst optimieren Teams lokal, während das Unternehmen global stehen bleibt. Klärt zuerst:

  • Was will das Unternehmen bis Ende des Jahres erreichen?

  • Welche strategischen Prioritäten verfolgen wir?

  • Welche Themen verfolgen wir bewusst nicht?

3. Ziele gemeinsam entwickeln

Ziele, die nur top-down “von oben” kommen, erzeugen Druck, aber kein echtes Engagement. Wenn Teams mitdenken, mitentscheiden und ihre Perspektiven einfließen, entsteht Verantwortung statt bloßer Ausführung. Nehmt euch hier die Zeit, echte Diskussionen zu führen. “Schick uns deine Ziele via Mail” oder ein schneller Prompt zur Zielformulierung werden euch nicht weiterbringen.

4. Ziele als Wirkung formulieren

Nicht: „Wir nutzen KI.“ Sondern: „Unsere Teams treffen schneller und fundierter Entscheidungen.“ Ein gutes Ziel beschreibt, was sich verändert, nicht was getan wird. Erst wenn das „Warum“ klar ist, entsteht ein Ziel mit Zugkraft. Wirkung schafft Sinn und Sinn schafft Motivation.

5. Ziele messbar machen

Jedes Ziel braucht Kriterien, die beantworten: Woran erkennen wir, dass wir näher gekommen sind? Ohne Messbarkeit bleibt ein Ziel Interpretation. Die Klassiker sind „Markensichtbarkeit steigern” oder reines “effizienteres Arbeiten”. Aber was soll das bedeuten? Ein Ziel braucht einen klar beschreibbaren Zustand, an dem ihr erkennen könnt: Sind wir näher gekommen – oder nicht? Formuliert konkret aus: Woran oder an welchen Zahlen messen wir, ob wir unser Ziel erreicht haben oder nicht?

6. Ziele in Meilensteine übersetzen

Ein Jahresziel wie „Die neue Website ist live“ klingt klar – ist aber in der Praxis lähmend. Zu groß, zu weit weg, zu unkonkret. Niemand weiß, womit man am Montag anfangen soll. Erst Meilensteine machen ein Ziel steuerbar. So wird aus einem großen Vorhaben eine Abfolge klarer, überprüfbarer Fortschritte. Und genau das hält Teams in Bewegung – statt sie von der Größe des Ziels lähmen zu lassen.

Zum Beispiel:

  • Q1: Die Designs der neuen Website sind finalisiert, von der Geschäftsführung freigegeben und an das Entwicklerteam übergeben.

  • Q2: Die wichtigsten Seiten sind technisch umgesetzt und intern testbar.

  • Q3: Die Website ist in einer Beta-Version online und wird mit echten Nutzer:innen getestet.

  • Q4: Die neue Website ersetzt die alte und unterstützt messbar Vertrieb, Recruiting oder Marketing besser als zuvor.

7. Fokus durch bewusstes Nicht-Tun

Ziele brauchen Platz im Kalender und im Kopf. Ressourcen sind begrenzt und wenn ihr eine Sache fokussiert verfolgen und erreichen wollt, müsst ihr akzeptieren, dass etwas anderes dafür weichen muss. Schreibt auf: Was könnt ihr stoppen, verschieben, weglassen oder vereinfachen, damit Fokus überhaupt möglich wird?

8. Ziele sichtbar machen

Aus den Augen, aus dem Sinn. Was man nicht sieht, verliert gegen das Dringende. Ziele müssen Teil des Alltags sein:

  • in Teammeetings

  • in Dashboards

  • in Planungsgesprächen

  • im Büro

Was unsichtbar ist, steuert nicht.

9. Regelmäßige Zielsteuerung

Ziele wirken nur, wenn man sie regelmäßig nutzt – nicht, wenn man sie einmal festlegt und dann vergisst. Meine Empfehlung:

  • Operativ: 1× pro Woche draufschauen. Was haben wir getan? Was blockiert uns? Was ist der nächste sinnvolle Schritt?

  • Strategisch: 1× pro Quartal bewusst in die Review gehen. Sind wir noch auf Kurs? Müssen wir Ziele anpassen, schärfen oder loslassen?

10. Klare Verantwortung festlegen

Jedes Ziel braucht genau eine verantwortliche Person. Nicht, weil diese Person alles allein umsetzen soll – sondern weil ohne Ownership nichts wirklich vorankommt. Diese Person sorgt dafür, dass:

  • Fortschritt sichtbar wird

  • Blockaden adressiert werden

  • Entscheidungen getroffen oder eingefordert werden

Fühlt sich niemand zuständig, geht auch nichts voran.

Fazit

Unternehmensziele scheitern nicht an Ambition. Sie scheitern daran, dass sie nicht als Führungssystem genutzt werden. Wenn Ziele strategisch verankert, operativ gesteuert und mit klarer Verantwortung versehen sind, werden sie vom Wunsch zur Realität. Genau dafür ist dieser Quick Starter Guide gedacht.

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Schwarzweiß-Foto einer lächelnden Frau, die aus einem Fenster schaut.

ÜBER MICH

Ich bin Katrin Engel, selbstständige OKR- und Marketing-Beraterin mit Sitz in Berlin – aber deutschlandweit für euch im Einsatz. Nach über 12 Jahren in der Startup-Welt mit Fokus auf Marketing und eCommerce habe ich mich Ende 2023 selbstständig gemacht, um Unternehmen dabei zu helfen, mehr Klarheit, Fokus und Umsetzungskraft in ihre Arbeit zu bringen.

🚀 OKRs als Werkzeug für mehr Fokus

Mein Ziel sind starke Teams – mit klaren Zielen, messbaren Fortschritten und einem strukturierten Prozess. Ob durch einmalige Workshops oder eine langfristige Begleitung, ich unterstütze euch von der Einführung über erste Zyklen bis hin zur eigenständigen Nutzung – flexibel, praxisnah und an eure Bedürfnisse angepasst.

📈 Marketingstrategie und Projektmanagement

Mit meinem E-Commerce- und Marketing-Hintergrund habe ich Marken aufgebaut, Teams geführt und gelernt, wie man Strategie, Struktur und Umsetzung optimal verbindet. Ich unterstütze euch dabei, eine sinnvolle Marketingstrategie zu entwickeln oder komplexe Marketingprojekte umzusetzen.

Wenn du mit deinem Team fokussierter arbeiten und echte Ergebnisse erzielen willst, lass uns sprechen.

Dieser Artikel erklärt, warum Unternehmensziele häufig scheitern, obwohl viel Zeit in Strategie- und Zielworkshops investiert wird. Die Hauptursache ist, dass Ziele oft als Dokumente oder Wunschlisten behandelt werden, statt als ein aktives Steuerungssystem.

Der Artikel stellt einen 10-Schritte-Quick-Starter-Guide vor, mit dem Unternehmen ihre Ziele für 2026 wirksam aufsetzen und umsetzen können. Die Kernelemente dieses Systems sind:

  1. Ziele müssen auf einer realistischen Analyse der aktuellen Situation basieren (Markt, Zahlen, Ressourcen, Learnings).

  2. Ziele müssen mit der Unternehmensstrategie verbunden sein, damit Teams nicht in unterschiedliche Richtungen arbeiten.

  3. Ziele sollten gemeinsam mit den Teams entwickelt werden, um Ownership und Engagement zu schaffen.

  4. Ziele müssen als gewünschte Wirkung formuliert sein, nicht als reine Aktivitäten oder Projekte.

  5. Jedes Ziel braucht klare Kriterien, an denen Fortschritt und Erfolg gemessen werden können.

  6. Große Jahresziele müssen in konkrete Meilensteine und Quartalsschritte übersetzt werden.

  7. Fokus entsteht durch bewusstes Weglassen anderer Themen und Projekte.

  8. Ziele müssen im Arbeitsalltag sichtbar sein, damit sie Entscheidungen steuern.

  9. Ziele müssen regelmäßig überprüft werden: operativ wöchentlich, strategisch quartalsweise.

  10. Jedes Ziel braucht eine klar verantwortliche Person, die den Fortschritt vorantreibt.

Die zentrale Botschaft des Artikels: Ziele funktionieren nicht durch Motivation oder Disziplin allein, sondern durch ein klares, strukturiertes Zielsystem mit Strategie-Bezug, Messbarkeit, Regelmäßigkeit und Ownership.